Weinstadt Bad Sulza
Eine unberührte Landschaft mit Weinbergen, Steilterrassen, jahrhundertealten Trockenmauern, romantischen Weinberghäuschen und malerischen Flusstälern prägen das rund 768 Hektar große Qualitätsweinanbaugebiet Saale-Unstrut.
Bad Sulza öffnet Ihnen das Tor zum nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands. Das Gebiet liegt am 51. Grad nördlicher Breite – „nahe des Polarkreises“, wie Spötter gern sagen. Doch die Natur beschert der Region ausgedehnte Vegetationszeiten. Neben den Muschelkalkböden, die besonders gut die Wärme der Sonne speichern und dem Wein noch dazu eine ganz besondere Note und Geschmack verleihen, sorgt auch ein ausgewogener Mix von Wärme und Kühle für feingliedrige und spritzige Weine.
Auch wenn belegt ist, dass Johann Wolfgang von Goethe sich hier einst mit den Solevorkommen und deren Nutzung beschäftigt hat, so ist nichts darüber bekannt, ob er während seines Aufenthalts bei uns zu später oder auch zu früherer Stunde in Bad Sulza ein Gläschen des heimischen Weins genossen hat. Dass sein weltbekanntes Zitat: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken“ in Zusammenhang mit Thüringer Wein gefallen sein könnte, dies kann getrost bezweifelt werden – zumindest wenn man die Qualität der Weine aus heutiger Zeit betrachtet.
Von, mit und für den Wein lebt Bad Sulza – und dies sieht man an jeder Ecke. Sei es ganz offensichtlich am Thüringer Weintor, an der Schaurebenanlage „Alte Rebsorten“ an der Tourist-Information oder auch etwas versteckter bei einem Blick den man auf die alten Stadtweinberge erhaschen kann, wenn man zwischen den Häuserzeilen hindurchschaut. Auch wird natürlich zum Wein gefeiert – Bad Sulzaer Weinfrühling, Thüringer Weinfest, Federweißerfest, Tage des offenen Weinkellers,… Gäste sind immer gern gesehen und herzlich willkommen!
Geschichte des Weinbaus in Bad Sulza
Über 800 Jahre Geschmack, davon zeugt die Bad Sulzaer Weintradition. Denn bereits seit 1195 wird nachweislich Weinbau betrieben. Aus diesem Jahr existiert eine Urkunde, die bezeugt, dass die Äbtissin von Quedlinburg einen Weinberg im Ort erwarb. Es war ein stetes Auf und Ab und die Winzer hatten in all den Jahrunderten mal mehr, mal weniger Erfolg. Im 16. Jahrhundert existierten über 60 Weingärten in Sulza und allein im Ratskeller tranken die Salzkärrner – Fuhrleute, die Siedesalz beförderten – mehr als 34.000 Liter Wein. Der 30jährige Krieg wirkt sich wiederum negativ auf den Weinanbau aus. Und auch die Verbesserung des Bieres führten später dazu, dass der Weinanbau teilweise an Bedeutung verlor. Den herbsten Rückschlag hatten die Winzer Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts zu verkraften, als die aus den USA eingeschleppte Reblaus fast die gesamten Weinstöcke vernichtete.
Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte zwar eine zaghafte Wiederaufrebung, jedoch konnte man eher von Liebhaberweinbau sprechen. So wurde 1954 auf lediglich 3 Hektar in Thüringen noch Weinanbau betrieben, also auf gerade einmal etwas mehr als vier Fussballfeldern.
Erst nach dem Ende der DDR ging es mit dem Weinanbau in Thüringen wieder bergauf. 1992 gründete sich das erste Thüringer Weingut, 1993 fand das 1. Bad Sulzaer Weinfest statt.
Heute zählt Bad Sulza zu einer Weinhochburg der Saale-Unstrut-Region.
Von der Salzsiede- zur Kurstadt
…das Salz in der Suppe… das wurde vor vielen Jahren und für sehr viele Jahre in Bad Sulza gewonnen. Betrachtet man sich alte Zeichnungen und Karten, so gab es in Sulza unendlich viele Stellen, an denen nach Sole gegraben und gebohrt wurde. Erste schriftliche Belege über die Salzsiederei im Ort datieren aus dem Jahr 1064. In diesem Jahr erteilte König Heinrich IV. dem hier herrschenden Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen das Recht, Salz zu sieden.
In all den Jahrhunderten der Salzsiedegeschichte waren die Versuche, dass „weiße Gold“ zu gewinnen, mal mehr mal weniger erfolgreich. Die technische Entwicklung und das Geschick des Freiherrn von Beust, einem europaweit tätigen Experten auf dem Gebiet der Salzsiederei, gelang es, die Sulzaer Saline zur Blüte zu bringen. Bis 1967 produzierte man in Bad Sulza noch Speisesiedesalz, welches sogar bis nach Skandinavien exportiert wurde. Heute erinnern noch zahlreiche Gebäude und Örtlichkeiten an diese Zeit, so zahlreich, dass deren Anzahl hier bei uns wohl einzigartig ist.
Dass Sole auch gut für die Gesundheit ist, erkannten Mediziner schon vor Jahrhunderten. Auch Salinearbeiter erkrankten weitaus seltener an Atemwegserkrankungen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich zahlreiche Salzsiedeorte auch zu Kurorten entwickelten. So geschah dies auch in Bad Sulza. Und diese Entwicklung, so sagt man, soll auf den Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe höchstselbst zurückgegangen sein.




